MUSIK DER REVOLUTION

- Im Rahmen der Ausstellung "100 Jahre Rusische Revolution" -


Konzertdetails:

Am Sonntag, 12.03.2017, um 19:30

im Seidlvilla – Mühsamsaal Jubiläum

80802 München, Nikolaiplatz , 1b
Anfahrt: U-Bahn 3, 6 "Giselastraße" und Bus 54 und 154 "Thiemestraße"

in Karte anzeigen.

Ende der Veranstaltung: ca. 22:00 Uhr


Preise:
Einzelkarte
16.00 Euro Normalpreis
15.00 Euro ermäßigter Preis
5.00 Euro für Kinder bis 14 Jahre
Tageskarte
45.00 Euro Normalpreis
36.00 Euro ermäßigter Preis
15.00 Euro für Kinder bis 14 Jahre
30.06. bis 02.07.
75.00 Euro Normalpreis
60.00 Euro ermäßigter Preis
30.00 Euro für Kinder bis 14 Jahre

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Im Rahmen der Ausstellung „100 Jahre Russische Revolution“

MUSIK DER REVOLUTION

„Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kunst“ (Joseph Beuys)

 

In der Seidlvilla, dem Haus für Schwabing, findet 2017 die Ausstellung „100 Jahre Russische Revolution“ statt.

Vor genau 100 Jahren wurde Russland von zwei Aufständen erschüttert. Das Land befand sich im Ersten Weltkrieg, die Lebensmittelversorgungverschlechterte sich undPreissteigerungen machten der Bevölkerung zu schaffen. In St. Petersburg, der früheren Hauptstadt Petrograd, kam es zu Streiks und Demonstrationen, schließlich beendeten Arbeiteraufstände mit der Februarrevolution von 1917 die russische Zarenherrschaft. Wladimir Iljitsch Lenin kehrte im April nach Russland zurück, forderte eine Beendigung der Kriegsteilnahme und destabilisierte die zwischenzeitlich eingesetzte bürgerliche Regierung. Weitere Verschlimmerungen der Versorgungslage sorgten für zunehmenden Vertrauens-verlust der Bevölkerung. In der Oktoberrevolution 1917 nahmen bewaffnete Bolschewiki, eine radikale Fraktion von Lenins Sozialdemokratischer Arbeiterpartei, die wichtigsten Einrichtungen Petrograds ein, setzten unter Leo Trotzkis Führung die Regierung ab und riefen die Machtübernahme der Sowjets aus.

Unter diesen bedrückenden Bedingungen litten natürlich auch die Künstler, und in diesem Abend erleben wir, welch faszinierende Werke die vier bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts trotz der bedrohlichen Lage schrieben.

Alexander Skrjabin verstarb 1915 und erlebte somit nur die Vorgängerrevolution von 1905, als es in Russland erste heftige Proteste gegen den Zaren gab und es zur Gründung einer Volksvertretung, der Staatsduma, kam. Seine bekannte Revolutions-Etüde inspirierte die berühmte amerikanische Choreografin und Tänzerin Angela Isadora Duncan zu einer Tanzvorführung dieses Werkes. Als Frau des russischen Schriftstellers Sergei Jessenin engagierte sie sich politisch, und 1921 wurde in den USA diese Etüde als Symbol der Russischen Revolution mit Choreografie uraufgeführt.

Sergej Rachmaninow, europaweit gefeierter Pianist und Virtuose, hatte zu Beginn des Krieges außerhalb Russlands keine Verdienstmöglichkeiten mehr. 1917 zog sich die Familie auf ihr Landgut im Süden Russlands zurück, fühlte sich bedroht, flüchtete nach Moskau und verbrachte dort angsterfüllte Wochen. Als Rachmaninow eine Einladung zu einem Konzertauftritt in Schweden bekam, zögerte er keine Sekunde und verließ mit seiner Familie Russland. Dass es für immer sein sollte, wusste er damals nicht. Wir hören heute Werke, die der Komponist zu Beginn seiner Karriere und während der Revolutionswirren schrieb.

Auch Sergej Prokofjew entschied sich nach der Oktoberrevolution, Russland zu verlassen, hatte aber in den Vereinigten Staaten als Pianist nicht den gewünschten Erfolg. Nach vielen Jahren, welche er in Paris lebte, kehrte er 1936 endgültig nach Moskau zurück. Die Sarkasmen entstanden einige Jahre vor seinem Exil und beleuchten die spannungsgeladene Atmosphäre in Russland auf für Prokofjew typische ironische und zynische Weise.

1917 wurde der elfjährige Dmitrij Schostakowitsch Augenzeuge, wie bei einer Demonstration in St. Petersburg ein Arbeiter von Polizisten erschossen wurde. Das ganze Leben des Komponisten in der Sowjetunion war geprägt vom Bestreben, dem herrschenden System ein Höchstmaß an kompositorischen Freiheiten abzutrotzen. Wenn es sein musste, schrieb er zwischendurch eine propagandistische Auftragskomposition für das Regime. Die Cellosonate pendelt zwischen romantischer Melodien-Melancholie, spöttischen Episoden, abgrundtiefer Depression und verstörenden Ausbrüchen.

Erleben Sie einen besonderen Konzertabend, kundig moderiert von Hans Wolf.

 

 

Revolution1

 

Sergej Rachmaninow (1873–1943)

Orientalische Skizze B-Dur (1917): Non allegro

Aus: Klavierkonzert fis-Moll op. 1 (1891, revidiert 1917)

2. Satz: Andante

Alexander Skrjabin (1872–1915)

Etüde dis-Moll op. 8 Nr. 12 „Revolutions-Etüde” (1894)

            Patetico

Elena Gurevich, Klavier

Sergej Prokofjew (1891–1953)

Fünf Sarkasmen op. 17 (1912–14)

            Tempestoso

            Allegro rubato

            Allegro precipitato

            Smanioso

Precipitosissimo

Dmitrij Romanov, Klavier

Sergej Rachmaninow

Zwei Préludes (1892/1903)

D-Dur op. 23 Nr. 4: Andante cantabile

cis-Moll op. 3 Nr. 2: Lento

Birgitta Eila, Klavier

Pause

Sergej Rachmaninow

Zwei Préludes (1901/10)

G-Dur op. 32 Nr. 5: Moderato

g-Moll op. 23 Nr. 5 „Reiter-Prélude“: Alla marcia

Uli König, Klavier

Dmitrij Schostakowitsch (1906–1975)

Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40 (1934)

Allegro non troppo

Allegro

Largo

Allegro

Michael Weiß, Violoncello; Bigitta Eila, Klavier

Moderation: Hans Wolf

Idee: Johanna Brechtken

Konzept: Heiko Stralendorff

Eine Veranstaltung des Pianistenclub e. V.

In Kooperation mit der Seidlvilla. www.seidlvilla.de


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