STUMMFILM MEETS VIDEOCLIP


Konzertdetails:

Am Samstag, 09.07.2016, um 19:00 Uhr

im Albert-Lempp-Saal der Kreuzkirche in Schwabing

80796 München, Hiltenspergerstraße, 55
Anfahrt: U-Bahn 2, 8 Tram 12, 27 und Bus 53, 144 "Hohenzollernplatz"

in Karte anzeigen.

Ende der Veranstaltung: ca. 21:30 Uhr


Preise:
Kreuzkirche (Albert-Lempp Saal)
20.00 Euro Normalpreis
15.00 Euro ermäßigter Preis
5.00 Euro für Kinder bis 14 Jahre

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Wir möchten Sie in den Albert-Lempp-Saal der Kreuzkirche einmal mehr zu einer neuen Event-Kreation des Münchner Komponisten und Pianisten Hans Wolf einladen. Im Rahmen seiner Tonexperimente bringt er die Musik immer wieder auf neue Wege und hat sich diesmal „Stummfilm meets Videoclip“ zum Thema genommen.

Wenn Augen und Ohren gleichzeitig, also durch Ton und Bild bedient werden, nennt man das “Audiovisuelle Medien”, und genau hier setzt Hans Wolf an. In diesem Event geht es ihm zum einen darum, surrealen, abstrakten und ganz konkreten Film (Chaplin) entsprechender Musik gegenüber zu stellen und mit dieser zu verbinden. Dabei geht er unter anderem der Frage nach: Gibt es in der Musik Entsprechungen zum Surrealen, zum Abstrakten (atonale Musik) und zum Konkreten (tonale Musik). Zum anderen zeigt er in seinem Konzert den Unterschied auf zwischen Musik pur und der selben Musik, wenn sie zu einem dafür erstellten Video erklingt. Umgekehrt wird Stummfilm pur gezeigt und der selbe Film dann mit Musik unterlegt. Wie verändert sich dabei die Wahrnehmung des gleichen Musikstücks oder Films beim Zuhörer bzw Zuschauer? Die Stummfilme werden von Hans Wolf gemeinsam mit seinem Trio “Tempo Nuovo” vertont. Dabei begibt sich der Tonkünstler mit seinen Kompositionskonzepten und Improvisationen auf neue Pfade, er lässt die Instrumente je nach Film-Schauplatz gerne auch mal pfeifen, klappern, klopfen oder stampfen. Klassik, Swing, Jazz, Blues, Funk, Rock oder Minimal Music, alle denkbaren Stilrichtungen werden von ihm verarbeitet.

Mit dem Filmexperiment “Vormittagsspuk” des Dadaisten Hans Richter aus dem Jahr 1927 beginnt unser Konzert. Richter schildert in surrealistischer Manier eine „Rebellion der Objekte“: Türen, die eigenständig auf- und zugehen, Hüte, die ohne Träger durch eine Landschaft reisen, Revolver, die sich vermehren und Menschen bedrohen, sind nur einige der Gegenstände, die ein Eigenleben entwickeln und die heitere Traumwelt dieses Films bevölkern. Live vertont wird der Kurzfilm vom Trio “Tempo Nuovo”.

Noch zweimal dürfen Sie im Konzert das Trio „Tempo Nuovo“ bewundern. Viking Eggeling, schwedischer Dadaist und Experimentalfilmer, ist mit seiner „Diagonal-Symphonie“ zu sehen. Dieser Stummfilm, der kurz vor dem Tod des Künstlers im Jahr 1923 uraufgeführt wurde, ist ein kühner Versuch mit selbstentworfenen, ausschließlich abstrakten Bildern als Vorlagen, die er mit schwarzem Papier abdeckte und langsam freilegte, indem er das Papier verschob oder Figuren ins Papier schnitt.

Als Abschluß des Konzertes steht wieder einmal ein Kurzfilm von Charlie Chaplin auf dem Programm. Der Film „Leichte Straße“ (Original „Easy Street“) stellt Chaplin als reuigen Tramp dar, der in einem wüsten Arbeiterviertel eine steile Karriere als Polizist macht und mal eben, wie aus Versehen den größten Raufbold in der Easy Street besiegt.  

Zwei eigene Kompositionen unserer Clubmitglieder Min Young Roh und Dmitrij Romanov werden von Jörg Schäffer, dem Multitalent, Komponisten, Künstler und Wissenschaftler filmisch begleitet und umgesetzt. Min Young stellt ihre Nummer 2 aus 5 Little Pieces aus dem Jahr 2013 vor. Die fünf kleinen Stücke komponierte sie mit nur vier Bass-Tönen oder mit vier Akkorden. In ihren einfachen Stücken drückt die Künstlerin verschiedenste Gefühlszustände aus. Dmitrij Romanov hingegen mit seinen Stimmungen (no comment), vier kleinen Stücken aus dem Jahr 2005, gibt Ihnen die Möglichkeit, die Emotionen in seinen Miniaturen selbst herauszufinden. Daher die Titelwahl „no comment“.

Mit zwei Werken von Philipp Glass hören wir einen der wichtigsten Vertreter der Minimal Musik. Diese Musikrichtung verarbeitet Einflüsse aus asiatischer und afrikanischer Kunst und ignoriert gerne die konventionelle Art des Komponierens. Sie konzentriert sich mit einfachen Mitteln und manchmal kaum wahrnehmbaren Variationen auf das Wesentliche des Stückes. Filmisch untermalt wird Glass unter anderem von dem Kurzfilm „Jeux des reflets et de la vitesse“, gedreht von Henri Chomette. Dieser trieb Eggelings Abstraktion des Filmbildes noch weiter voran. In rasenden Fahrten mit der Kamera und kaleidoskopischen Verfremdungen zerfließt die gefilmte Wirklichkeit zu einem reinen Spiel des Lichts und der Bewegung.

John Coriglianos Fantasie über ein Ostinato basiert auf einer berühmten, sich wiederholenden Passage aus Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 7. Mit einem Ostinato ist in der Musik eine sich ständig wiederholende musikalische Figur gemeint. Coriglianos Fantasie ist der Versuch, die attraktiven Aspekte des Minimalismus mit überzeugender Struktur und emotionalem Ausdruck zu kombinieren.

 

Mit zwei kurzen Werken des Amerikaners Scott Joplin tauchen wir ein in die Welt des Ragtime. Elemente der romantischen Klaviertradition verbindet der Komponist mit der afroamerikanischen Folklore zu kraftvollen Miniaturen.

Corigliano und Joplin werden filmisch inszeniert von Dieter Sommer.

Seien Sie also gespannt auf ein besonderes Konzert- und auch Filmerlebnis in der außergewöhnlichen Konzertreihe „Film und Musik“.


 

Trio Tempo Nuovo Muenchen de

 

Das Programm:

Hans Richter (1888–1976): Film „Vormittagsspuk“ (1927)

Hans Wolf (*1958) / Trio TEMPO NUOVO

Komposition und Live-Vertonung, Uraufführung

Thomas Hüther, Flöte und Percussion; Stephan Lanius, Kontrabass

Hans Wolf, Klavier

 

Das folgende Musikstück wird 2-mal gespielt: 1. ohne Verfilmung, 2. mit Verfilmung

Philip GLASS (*1937): Etude Nr. 16

 

Min Young ROH (*1975): Aus 5 Little Pieces (2012): Nr. 2

Min Young Roh, Klavier; Jörg Schäffer (*1959), Verfilmung

Dmitrij ROMANOV (*1982)

Stimmungen (no comment): 4 kleine Stücke (2005)

Dmitrij Romanov, Klavier; Jörg Schäffer, Verfilmung

Philip GLASS: Mad Rush (1979)

Min Young Roh, Klavier

Mit gleichzeitiger Projektion von

Henri CHOMETTE (1896–1941):Film „Jeux des Reflêts et de la Vitesse“ (1925)

Hans Wolf, Arrangement der Synchronisation

Pause

Der folgende Film wird 2-mal gezeigt: 1. ohne Musik, 2. mit Musik

Viking Eggeling (1880–1925): Film „Diagonal-Symphonie“ (1923)

Hans Wolf / Trio TEMPO NUOVO

Komposition und Live-Vertonung, Uraufführung

 

John CORIGLIANO (*1938): Fantasia on an Ostinato (1985)

 

Carolin Danner, Klavier; Diether Sommer (*1956), Verfilmung

 

Scott JOPLIN (18681917): Peacherine Rag (1901), Elite Syncopations (1902)

Werner Türk, Klavier; Diether Sommer, Verfilmung

Charles Chaplin (18891977): Film „Leichte Straße“ (1916)   

Hans Wolf / Trio TEMPO NUOVO 

Komposition und Live-Vertonung, Uraufführung

 

Idee, Konzept und Moderation: Hans Wolf

 

 


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